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Gewerkschaften im Höheflug PDF Drucken E-Mail
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Am 29. Oktober verkündete der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes Paul Rechsteiner, das neu gewählte Parlament solle nicht weiter Sozialabbau betreiben und forderte gleichzeitig weitere Ausbauschritte bei der AHV. Mir drehte es den Magen anhand dieser völlig stupiden Forderung. Die düsteren Zukunftsszenarien (nur noch zwei Erwerbstätige finanzieren einen Rentner) haben die Gewerkschaften offenbar noch nicht aufhorchen lassen.

 

Seit ihrem Aufblühen im Zuge der Industriellen Revolution, beruhen Existenz und politischer Machtanspruch der Gewerkschaften auf einer Fiktion. Seit rund 150 Jahren propagieren sie den Aberglauben, die Entlöhnung der Arbeit sei nicht das Ergebnis der Marktkräfte, sondern eines Machtkampfes zwischen Arbeit und Kapital, erstere vertreten durch die Gewerkschaften, letzteres durch die Unternehmen und ihre Verbände. Ohne die Gewerkschaften seien die Arbeitnehmer den skrupellosen und ausbeuterischen Unternehmern hilflos ausgeliefert. Was für ein Blödsinn! Das Gegenteil ist der Fall! Die Macht der Gewerkschaften, die Löhne ihrer Mitglieder über den Marktlohn hinauszutreiben beruht darauf, dass sie die Arbeiterschaft davon abhält, arbeiten zu gehen, wo sich Chancen auftun. Das führt dazu, dass es mehr Arbeitslose gibt, als wenn man nicht in den Markt eingegriffen hätte.

 

Was bestimmt nun tatsächlich die Lohnsätze für bestimmte Tätigkeiten? In einer wettbewerblichen Marktordnung kommen die Löhne nach Massgabe der Produktivität, genauer der Grenzproduktivität (=realer Ertrag des letzten eingesetzten Mitarbeiters) zustande. Kein Unternehmer kann sich dieser Gesetzmässigkeit über längere Zeit entziehen ohne aus dem Markt auszuscheiden. John Blundell hat die Gewerkschaften mit den betrügerischen Regenmachern in afrikanischen Dürregebieten verglichen, weil beide den Leuten vorgaukeln, Naturgesetzlichkeiten aushebeln zu können.

 

Die Tarifkartelle schreiben den Menschen vor, wo, wann, wie, wie lange, zu welchem Lohn und zu welchen sonstigen Konditionen sie arbeiten dürfen, legen zur Durchsetzung solcher Vorschriften wenn nötig ganze Branchen lahm, drohen denjenigen Arbeiter, welche sich weigern zu streiken mit Prügel (Tele Züri berichtete am 30.10.07) verursachen immense Kosten und inflatorische Vermögens- und Kaufkraftvernichtung gewaltigen Ausmasses, werfen Millionen von Menschen aus dem Arbeitsmarkt und verhindern den Eintritt anderer und betreiben dieses makabre Wüten auch noch unter der Flagge der Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Ganz nebenbei häufen sie ein riesiges Vermögen an, mit welchem perverse Machtsicherung betrieben wird.

 

Die vielzitierte Menschenwürde wird dabei erst recht unterdrückt. Zur Würde der Arbeiter gehört nämlich das Recht, den Arbeitsplatz zu wechseln, wenn es einem nicht mehr passt. Die Ausweichmöglichkeiten sind aber umso geringer, je kleiner die Bereitschaft der Unternehmer wird, sich dem schikanösen Regelwerk der Anstellungsverhältnisse (welche von den Gewerkschaften mit an Terror grenzenden Massnahmen durchgeboxt werden) überhaupt noch auszusetzen. Niemals konnte eine Gewerkschaft Gehälter dauerhaft über die Marktkonditionen hinaus erhöhen. Die realen Löhne erhöhen kann nur ein Produktivitätszuwachs im Einklang mit dem Wettbewerb. Das zerstörerische Agieren der Gewerkschaften dient nicht den Arbeitnehmer-Interessen. Es dient nur der Erhöhung der Mitgliederzahl und dem Füllen der Gewerkschaftskassen und damit dem Machtzuwachs. So hat der Nationalökonom Roland Baader trefflich formuliert: " Gewerkschaften sind die Totengräber für Markt, Freiheit und Wohlstand - und somit die schlimmsten Feinde ihrer eigenen Klientel: Der Arbeitnehmer.

 

Olivier Kessler

Wollerau

 
 

 
 

(C) 2005 Junge SVP des Kantons Zürich